Ein Schmetterling der ersten Stunde erinnert sich…

Es war 2003 und ich hatte bereits an anderer Stelle eine Ausbildung zur ehrenamtlichen Familienbegleiterin abgeschlossen, als ich die damalige Vereinsgründerin kennenlernte. Die Entscheidung fiel nicht schwer, dass ich im Verein der Schmetterlinge ehrenamtlich tätig werden wollte. In dieser Zeit fanden alle Treffen und Schulungen im Wohnzimmer der Vereinsgründer statt, mit Kind und Kegel und zu allen Zeiten der Woche. Bevor ich einen ersten Einsatz bei einer Familie leisten konnte, musste ich ein Praktikum auf der onkologischen Kinderstation des Universitätsklinikums Düsseldorf absolvieren. Es waren bewegende Tage auf der Station und eine komplett neue Erfahrung mit erkrankten Kindern und ihren hoch belasteten Eltern in Kontakt zu kommen. Zu sehen, dass sich für die Familien von einer Stunde zur nächsten das gesamte Leben ändert und nichts mehr ist, wie es war, machte uns klar: Hier können wir unterstützen.

Von da an gab es einen festen wöchentlichen Termin in der Klinik, wo wir uns mit Ärzten und Psychologen austauschten, in welcher Familie wir unsere Unterstützung anbieten und Ehrenamtliche einsetzen könnten. Zu diesem Zeitpunkt waren wir weit und breit der einzige ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst im Rhein Kreis Neuss und Düsseldorf … wir fuhren viele Kilometer in eigenen PKW, wir organisierten jährlich das NEUSSER FORUM mit Workshops u. Vorträgen zu den Themen „Krankheit, Tod und Sterben“, zu dem Ärzte und Pflegende aus ganz Deutschland kamen. Ein Riesenaufwand, aber dank Susi Schaaf, das „Orgatalent“, und allen Ehrenamtlichen ein Riesenerfolg.Wir lernten Menschen kennen, die uns mit Spenden unterstützt haben und wir wirkten mit an der Gestaltung von Grabfeldern für Schmetterlingskinder.

Und immer hielten wir engen Kontakt zu den Familien, welche unsere Unterstützung wünschten. Neben der ehrenamtlichen Begleitung halfen wir z. B. bei der Beschaffung eines Arbeitsplatzes, bauten auch schon mal eine Küche mit um und ermöglichten finanzielle Unterstützungen z. B.für eine Beerdigung. Wir waren ein kleiner ehrenamtlicher Verein und konnten so viel bewegen. Die Hospizlandschaft wurde in diesen Jahren größer und damit veränderten sich auch die Anforderungen an unseren Verein. Die Arbeit in der Uniklinik wurde immer mehr … viele unterschiedliche Arbeiten, viele Anfragen durch Familien, viele ehrenamtliche Mitarbeiter/innen. Durch die Entscheidung, den Anforderungen der Krankenkassen gerecht zu werden, stellten wir im Mai 2011 unsere hauptamtliche Koordinatorin, Cordula Baumann, ein, die mich damit ablöste. Von da an arbeitete ich bis Mai 2016 zusammen mit Marion Rudolph und Tina Klopf im Vorstand, während Birgit Ritter vom Ehrenamt in die hauptamtliche Geschäftsführung wechselte. Zu diesem Zeitpunkt wurde klar, dass unsere Wohnzimmer als Arbeitsplätze nicht mehr ausreichten und so
waren wir glücklich über die gefundenen Büroräume in der Jülicher Str. 51.

Seit 14 Jahren bin ich Ehrenamtlerin bei den Schmetterlingen. Wir haben viel erreicht und bewegt, dank der vielen Menschen, die uns in vielfältiger Weise unterstützt haben und weiterhin unterstützen.

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